Warum Verbote nicht helfen

„Jedermann ordne sich den Obrigkeiten unter, die über ihn gesetzt sind; denn es gibt keine Obrigkeit, die nicht von Gott wäre; die bestehenden Obrigkeiten aber sind von Gott eingesetzt. Wer sich also gegen die Obrigkeit auflehnt, der widersetzt sich der Ordnung Gottes." – Römer 13,1-2
Ein Gedanke für heute
In der Silvesternacht wurden Polizisten und Rettungskräfte wieder massiv angegriffen – beschossen, beworfen, bedroht. Die Polizeigewerkschaft spricht von „rechtsfreien Räumen" und einer Enthemmung, die man auch mit massiver Präsenz nicht in den Griff bekomme. Die Debatte dreht sich jetzt um ein Böllerverbot.
Aber denken wir einmal weiter: Was, wenn es keine Feuerwerkskörper gäbe? Würden diese Menschen dann friedlich feiern?
Wohl kaum. Dann flögen eben Steine, Flaschen oder Schlimmeres.
Das Problem ist nicht das Werkzeug. Das Problem ist die Haltung.
Eine Debatte, die nichts ändert
Diese Diskussion führen wir jedes Jahr aufs Neue. Petitionen werden unterzeichnet, Verbotszonen ausgeweitet, Gesetze verschärft. Und nächstes Silvester? Dasselbe Bild.
Das wirkt wie Beschäftigungstherapie, die vom eigentlichen Problem ablenkt. Von einer überforderten Justiz. Von einem Staat, der in manchen Vierteln längst die Kontrolle verloren hat. Die Polizei traut sich in bestimmte Gegenden kaum noch hinein – dort gelten andere Regeln als die des Grundgesetzes.
Was wir früher nur aus Filmen oder Berichten aus anderen Ländern kannten, ist längst Realität in deutschen Städten. Und das ist ein hausgemachtes Problem.
Als Gesellschaft werfen wir immer mehr christliche Werte über Bord – und wundern uns, dass die Hemmungen fallen. Gleichzeitig leben immer mehr Menschen in Deutschland, denen diese Werte von vornherein fremd sind oder schlicht egal – manche bekämpfen sie sogar offen. Wo Gott aus dem öffentlichen Leben verdrängt wird und Gottesfurcht ein Fremdwort ist, wächst eine Haltung der Auflehnung. Wenn ein Polizist nicht mehr als Respektsperson gilt, wie soll der Staat dann noch Ordnung schaffen? Mit noch mehr Verboten? Die Antwort liegt tiefer.
Eine Ordnung, die von Gott kommt
Die Bibel ist hier unmissverständlich: Die Obrigkeit – Polizei, Staat, Behörden – ist von Gott eingesetzt. Nicht weil jede Regierung perfekt wäre. Nicht weil jedes Gesetz gerecht wäre. Sondern weil Gott Ordnung will und nicht Chaos.
Wer einen Polizisten angreift, lehnt sich nicht nur gegen den Staat auf. Er widersetzt sich der Ordnung Gottes selbst. Das ist die geistliche Dimension, die in der ganzen Debatte fehlt.
Was wir in deutschen Innenstädten sehen, sind keine Menschen, die für eine höhere Sache einstehen. Es sind Menschen ohne Gottesfurcht, ohne Respekt, ohne Liebe zum Nächsten. Menschen, die die von Gott gesetzte Ordnung mit Füßen treten.
Ein Wort an uns Christen
Nun könnte jemand fragen: Aber muss man dem Staat denn immer gehorchen? Die Bibel kennt tatsächlich auch die andere Seite. Als die Apostel vor dem Hohen Rat standen und das Verbot erhielten, von Jesus zu predigen, antworteten sie:
„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!" – Apostelgeschichte 5,29
Ja, es gibt Situationen, in denen ein Christ dem Staat nicht gehorchen darf – nämlich dann, wenn der Staat etwas verlangt, das klar gegen Gottes Gebote verstößt. Das kann bedeuten: Ich predige das Evangelium, auch wenn es verboten ist. Ich bete, auch wenn es unter Strafe steht. Ich verweigere, an offensichtlichem Unrecht teilzunehmen.
Aber – und das ist entscheidend – Gewalt, Randale und kriegsähnliche Zustände sind damit niemals gemeint.
Die Apostel waren keine Schwächlinge. Im Gegenteil: Sie hatten den Mut, vor dem höchsten Gericht ihrer Zeit zu stehen und die Wahrheit zu sagen. Sie wurden geschlagen – und gingen fröhlich davon, „weil sie gewürdigt worden waren, für den Namen Jesu Schmach zu leiden" (Apostelgeschichte 5,41). Das ist keine Schwäche. So sieht Stärke aus, die aus dem Glauben kommt – mutig, aber niemals gewalttätig.
Das Doppelgebot der Liebe
Jesus hat uns den Maßstab gegeben, an dem sich alles messen lassen muss:
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken. Das ist das erste und größte Gebot. Und das zweite ist ihm vergleichbar: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." – Matthäus 22,37-39
Echte Gottesfurcht zeigt sich nicht nur in frommen Worten, sondern im Umgang mit dem Nächsten. Und wer ist mein Nächster? Jeder Mensch, der mir begegnet. Der Polizist im Einsatz. Der Nachbar, mit dem ich Schwierigkeiten habe. Der Kollege, der mich nervt. Der Fremde auf der Straße. Und ja – auch der, der mir Unrecht tut.
Das ist kein frommer Wunschtraum. Das ist der Maßstab, den Jesus selbst gelebt hat – bis ans Kreuz.
Wer so leben will, braucht mehr als guten Willen. Er braucht ein neues Herz. Ein Herz, das Gott fürchtet und den Nächsten liebt.
Und genau das ist die gute Nachricht: Dieses Herz kann man bekommen. Nicht durch mehr Verbote, nicht durch härtere Strafen – sondern durch Jesus Christus.
Wie funktioniert das? Jesus sagt:
„Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen." – Johannes 6,37
Du musst dich nicht erst ändern, bevor du zu Ihm kommen kannst. Du musst kein besserer Mensch werden, bevor Er dich annimmt. Komm so, wie du bist – mit deiner Schuld, mit deinem Versagen, mit allem, was du verbockt hast. Erkenne, dass du Ihn brauchst. Bitte Ihn um Vergebung. Und vertraue darauf, dass Er tut, was Er verspricht.
Er macht aus Randalierern, die Steine werfen, Menschen, die lieben können. Aus Menschen, die nur an sich selbst denken, Menschen, die ihren Nächsten sehen. Das ist die einzige Veränderung, die wirklich von innen kommt – und sie ist auch für dich möglich.
Gebet
Herr, Du hast Staat und Obrigkeit in Deine Ordnung gestellt. Hilf uns, uns dieser Ordnung zu unterstellen – nicht aus Angst vor Strafe, sondern aus Ehrfurcht vor Dir. Und wo der Staat gegen Dein Wort handelt, gib uns den Mut, Dir mehr zu gehorchen als den Menschen – aber niemals mit Hass oder Gewalt, sondern in der Liebe, die Du uns vorgelebt hast. Wir bitten Dich auch für die, die in dieser Nacht zugeschlagen haben: Schenke ihnen die Erkenntnis, dass sie Dich brauchen – und ein neues Herz durch Jesus Christus. Amen.