Die Trägheit des Herzens

📖 Offenbarung 3,15-16 | 📅 16. Januar 2026
Die Trägheit des Herzens

„Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch heiß bist. Ach, dass du kalt oder heiß wärst! So aber, weil du lau bist und weder kalt noch heiß, werde ich dich ausspeien aus meinem Mund." — Offenbarung 3,15-16

Ein Gedanke für heute

Vielleicht hast du Jesus noch nicht kennengelernt. Vielleicht kennst du Ihn schon lange. In beiden Fällen lauert dieselbe Gefahr: die Trägheit des Herzens.

Im letzten Impuls haben wir gefragt: Was ist dein Lebenszweck? Derselbe Entertainer, der „gute Laune verbreiten" als Antwort gab, sagte noch etwas anderes. Auf die Frage, was Deutschland in die Katastrophe geführt habe, antwortete er: Acedia. Menschen, die wegschauen. Die sich ducken. Die alles hinnehmen, solange es sie nicht selbst betrifft.

Im Mittelalter nannte man diese Gleichgültigkeit „Acedia" – die Trägheit des Herzens. Nicht Faulheit im Sinne von „ich bleibe im Bett", sondern etwas Tieferes: Ein Herz, das nicht mehr brennt. Nicht mehr kämpft. Nicht mehr liebt. Die Bibel nennt es: Lauheit.

Lauheit in der Gesellschaft

Wir sehen es überall: Menschen empören sich kurz – und scrollen weiter. Unrecht geschieht – und wir zucken die Schultern. Wir sind gut darin, Probleme zu benennen, aber träge, wenn es ums Handeln geht.

Kürzlich war ich in einem vollen Zug unterwegs. Mehrere Jugendliche schlugen auf einen anderen ein. Der Zug war voll – und keiner half. Die einen zogen ihre Kopfhörer auf. Die anderen drehten sich einfach weg.

Diese Lauheit ist nicht harmlos. Sie ist der Nährboden, auf dem das Schlimmste wachsen kann. Denn das Böse braucht keine Mehrheit – es braucht nur genug Menschen, denen alles egal ist.

Vielleicht kennst du das auch bei dir selbst: Du kommst zur Ruhe – und hältst es nicht aus. Sofort greifst du zum Handy, suchst Ablenkung. Alles, nur nicht Stille. Warum? Weil in der Stille die Fragen kommen. Weil wir innerlich leer sind, wenn wir nichts mehr haben, wofür wir brennen.

Lauheit vor Gott

Doch was in der Gesellschaft gilt, gilt erst recht vor Gott. Die Offenbarung ist das letzte Buch der Bibel. Darin spricht Jesus Christus zu sieben Gemeinden – und kündigt an, wie Er eines Tages über diese Welt richten wird.

Eine dieser Gemeinden war Laodizea, eine reiche Stadt in der heutigen Türkei. Die Christen dort sagten: „Ich bin reich und habe Überfluss, und mir mangelt es an nichts!" Sie hatten sich eingerichtet. Bequem. Gleichgültig.

Jesu Urteil ist scharf: „Ich werde dich ausspeien aus meinem Mund." Das ist Ekel. Abscheu. Weder kalt noch heiß – zu nichts nütze. Der Laue täuscht sich selbst: Er glaubt, alles sei in Ordnung, während er in Wahrheit „elend und jämmerlich und arm und blind und bloß" ist (Offenbarung 3,17).

Brennst du noch?

Die Frage an uns: Brennst du noch für Jesus? Oder hast du dich eingerichtet – angepasst an eine Welt, die von Gott nichts wissen will?

Brennen bedeutet: Für Christus einstehen, auch wenn es unbequem wird. Seinen Namen bekennen, auch wenn andere schweigen. Sein Wort ernst nehmen, auch wenn es dem Zeitgeist widerspricht.

Es bedeutet nicht, laut zu sein. Aber es bedeutet, nicht zu schweigen, wo Reden gefragt ist. Nicht wegzuducken, wo Stehen gefragt ist. Nicht lau zu werden, wo Treue gefragt ist.

„Im Eifer lasst nicht nach, seid brennend im Geist, dient dem Herrn!" — Römer 12,11

Gebet

Herr, prüfe mein Herz. Zeige mir, wo ich lau geworden bin – wo ich mich angepasst habe, wo ich weggeduckt bin, wo mein Feuer erloschen ist. Entzünde es neu. Amen.

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