Die Liebe, die nicht enttäuscht

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„Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich dir meine Gnade bewahrt." — Jeremia 31,3
Ein Gedanke für heute
„Romeo und Julia war einmal" – so titelt eine große Zeitung. Immer mehr Menschen wenden sich von der romantischen Liebe ab. Die Sehnsucht nach dem einen Menschen, der alles erfüllt, weicht der Ernüchterung. Beziehungen werden zur Kosten-Nutzen-Rechnung. Und am Ende bleibt oft: Enttäuschung.
Aber bevor du nickst und sagst „Ja, so ist es leider": Frag dich mal ehrlich – woher kommt diese Enttäuschung eigentlich? Liegt es an der Liebe selbst? An der Ehe? An den Männern, an den Frauen?
Oder liegt es daran, dass wir etwas von Menschen erwarten, das kein Mensch geben kann?
Die falsche Adresse
Kennst du das? Du hoffst, dass ein Mensch dich so annimmt, wie du bist – bedingungslos. Dass jemand bleibt, auch wenn es schwer wird. Dass dich jemand so liebt, dass du dich endlich ganz und heil fühlst.
Das Problem ist nicht diese Sehnsucht. Das Problem ist die Adresse, an die wir sie schicken.
Die Bibel ist hier schonungslos ehrlich: Kein Mensch kann diese tiefste Sehnsucht stillen. Nicht der perfekte Partner. Nicht die engste Freundschaft. Nicht einmal die beste Ehe. Warum? Weil wir selbst gebrochene Menschen sind, die von anderen gebrochenen Menschen Heilung erwarten.
Aber es gibt eine Liebe, die anders ist. Gott selbst spricht von einer Liebe, die nicht aufhört – ewige Liebe, die bleibt, wenn alles andere wankt. Nicht eine Liebe, die sich abnutzt. Nicht eine Liebe, die Bedingungen stellt.
„Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm." — 1. Johannes 4,16
Das klingt vielleicht fremd, wenn du mit Gott (noch) nichts anfangen kannst. Aber stell dir vor, es gäbe tatsächlich jemanden, der dich vollkommen kennt – und trotzdem liebt. Der nicht geht, wenn du versagst. Der nicht aufhört, wenn du enttäuschst.
Die Bibel sagt: Diesen Jemand gibt es. Und Er hat einen Namen.
Was wir falsch machen
Die naheliegende Lösung unserer Zeit lautet: Wenn romantische Liebe enttäuscht, dann lass sie fallen. Such dir etwas anderes – Freundschaften, Selbstverwirklichung, Karriere. Die Ehe? Ein Auslaufmodell. Überholte Tradition.
Aber das ist ein Denkfehler. Das Problem war nie die Ehe. Das Problem ist, dass wir die Ehe an eine Stelle gesetzt haben, die nur Gott ausfüllen kann. Wir haben aus dem Partner einen Götzen gemacht – jemanden, von dem wir Erfüllung erwarten, die er nicht geben kann.
Gott hat die Ehe eingesetzt – nicht als Last, sondern als Segen. Ganz am Anfang der Bibel, als alles noch gut war, steht:
„Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht." — 1. Mose 2,18
Das Wort „Gehilfin" meint hier nicht eine Assistentin, sondern ein ebenbürtiges Gegenüber – jemand, der ergänzt, was fehlt. Die Ehe ist Gottes Idee. Und sie ist gut.
Aber sie ist noch mehr. Die Bibel sagt, dass die Ehe ein Bild ist – ein Abbild einer größeren Wirklichkeit:
„Dieses Geheimnis ist groß; ich aber deute es auf Christus und auf die Gemeinde." — Epheser 5,32
Was bedeutet das? Die Treue zwischen Mann und Frau soll etwas sichtbar machen: wie Gott selbst zu uns steht. Treu. Hingegeben. Für immer.
Wenn wir die Ehe verwerfen, verwerfen wir nicht nur eine Institution. Wir verwerfen ein Bild, das Gott selbst gewählt hat, um Seine Liebe zu uns sichtbar zu machen.
Die richtige Ordnung
Hier ist der Schlüssel: Gottes Ordnung sieht so aus – zuerst Seine Liebe empfangen. In Christus angenommen sein. Und aus dieser Fülle heraus andere lieben. Nicht um gefüllt zu werden, sondern weil du bereits gefüllt bist.
Praktisch heißt das: Bevor du morgens in den Tag gehst, bevor du deinem Partner begegnest, bevor du etwas von anderen erwartest – lass dir von Gott sagen, dass du geliebt bist. Nicht weil du es verdient hast. Sondern weil Er so ist.
„Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn." — Römer 8,38–39
Das ist die Liebe, die nicht enttäuscht. Nichts kann dich von ihr trennen – kein Versagen, keine Schuld, keine Enttäuschung. Und aus dieser Liebe heraus kannst du lieben – treu, hingegeben, ohne den anderen zu überfordern.
Frage zum Nachdenken
Wo erwartest du von einem Menschen, was nur Gott dir geben kann?
Und wenn du Gott noch nicht kennst: Was wäre, wenn diese Sehnsucht in dir kein Fehler ist – sondern ein Hinweis? Ein Hinweis darauf, dass du für mehr gemacht bist als das, was diese Welt bieten kann?
Gebet
Herr, ich bekenne: Ich habe oft bei Menschen gesucht, was nur Du geben kannst. Ich habe Enttäuschung erlebt, weil ich von anderen erwartet habe, was nur Du erfüllen kannst. Danke, dass Du die Ehe als Segen gegeben hast – als Abbild Deiner Treue. Hilf mir, Deine Ordnung zu leben: Zuerst von Dir geliebt, dann andere liebend. Amen.