Alles oder nichts!

„Wenn du etwas kannst?", erwiderte Jesus. „Was soll das heißen? Für den, der Gott vertraut, ist alles möglich!" — Markus 9,23 (NeÜ)
Ein Gedanke für heute
Wenn ich auf meinen Kalender schaue, ist das Jahr schon wieder vorbei. Gefühlt war es wieder das schlimmste Jahr überhaupt – oder das mit den meisten Ereignissen. Ein Jahr, das mich danach sehnen lässt, Ruhe zu finden, ein wenig auszuschnaufen. Einfach nur ausruhen und sich zurückziehen. Und jedes Jahr nehme ich mir vor, Weihnachten ruhiger anzugehen und Silvester am liebsten um 20:00 Uhr ins Bett zu gehen. Denn Neujahr wird es ganz alleine – da muss ich nichts dazu tun.
Doch wenn ich auf mein Kalenderblatt schaue, da lese ich: „Für den, der Gott vertraut, ist alles möglich!" (Markus 9,23)
Die Geschichte dahinter
In der Bibel (Markus 9,14-29) geht es um einen Vater, der mit seinem geplagten Sohn zu Jesus kommt. Der Junge wird seit seiner Kindheit von einem bösen Geist gequält. Der Vater hat schon viele Dinge unternommen, doch nichts hat geholfen. Sogar die Apostel versuchten, ihm zu helfen. In seiner Verzweiflung hörte er von Jesus Christus, nahm seinen Sohn und brachte ihn zu Ihm.
Eher skeptisch und zweifelnd, aber als letzte Hoffnung fragte er Jesus, ob Er seinem Sohn helfen kann. Er sagt zu Jesus: „Wenn du etwas kannst, dann hab Erbarmen und hilf uns!"
Wenn jemand zu mir kommen würde und mich bei der Bitte, etwas für ihn zu tun, gleich infrage stellen würde – dann weiß ich nicht, ob ich ihm helfen würde.
Jesus ist anders
Doch Jesus ist anders. Er ist nicht wie wir – Er ist die offenbarte Liebe in ihrer höchsten Form. Er hat Geduld, Er lässt sich demütigen, weil Er dich liebt.
Wer ist dieser Jesus eigentlich? Gott selbst, der Mensch wurde. Der als Einziger niemals eine Sünde begangen hat. Der sich freiwillig als Opfer, als Lösegeld, mit Seinem Blut für alle Menschen hingegeben hat.
Und dieser Jesus antwortet dem Vater so, wie es in Markus 9,23 steht: „Für den, der Gott vertraut, ist alles möglich!"
In seinem Schmerz schreit der Vater: „Ich will ja vertrauen! Hilf mir, dass ich es kann!" (Markus 9,24)
Jesus hat ihm dann geholfen und eines Seiner vielen Wunder getan. Er hat den geplagten Jungen sofort befreit und geheilt. Wahrscheinlich glaubten die Menschen um ihn herum, dass er niemals mehr gesund werden würde. Doch Jesus machte den Jungen wieder gesund – die Menschen hatten die Hoffnung dafür aufgegeben.
Was das für uns bedeutet
Und so ist es oft in unserem Leben: Wir geben die Hoffnung auf, weil wir Verluste erleiden, weil wir krank sind oder weil wir uns einsam fühlen. Egal, was es ist – wir verlieren den Mut und die Hoffnung. Doch tief in uns gibt es etwas, das uns an Strohhalme klammern lässt, das uns vertrauen lässt. Sei es in einen Arzt, einen Freund, einen Vater oder sogar an Erinnerungen.
Wenn wir lesen, dass der Vater schreit: „Ich will ja vertrauen! Hilf mir, dass ich es kann!", erkennen wir, dass er Jesus selbst um Hilfe bittet. Dass Jesus ihm den notwendigen Glauben schenkt, damit er auf die Zusage, die Jesus ihm gibt, vertrauen kann.
Wenn du das hier jetzt liest und denkst: Mir geht es genauso, ich habe den Mut und das Vertrauen verloren – dann sag es Jesus genau so, wie du es gerade denkst, wie es sich für dich anfühlt und was dir fehlt. Schrei zu Ihm, weine, lache, teil dein Leben mit Ihm.
Es ist nicht notwendig, dass du besonders fromm oder religiös bist. Man muss da nicht schwierig tun oder wichtig, dass es die anderen sehen oder beeindruckt sind. Jesus kannst du ohnehin nichts vormachen. Und noch viel besser: Er weiß alles über dich – selbst Dinge, die du selber noch nicht weißt, auch die dunkelsten und bösesten Dinge. Und trotzdem liebt Er dich und will mit dir zusammen sein. Eine enge Beziehung haben.
Vielleicht kennst du das Gefühl, wenn du eine neue Freundin oder einen neuen Freund hast: Du möchtest jede Sekunde mit ihm zusammen sein. Und so ist es auch bei Jesus – nur dass es unendlich und unablässig stärker ist. Und egal, wie du Ihn verleugnest, Ihn demütigst, Ihm den Rücken zuwendest oder Ihn vielleicht ungerecht behandelst: Er liebt dich weiter und kämpft darum, dass du zu Ihm zurückkehrst.
Ausblick auf das neue Jahr
Wie passend finde ich diesen Vers aus Markus 9,23 – „Für den, der Gott vertraut, ist alles möglich!" – als Abschluss für das Jahr 2025 und als Zusage, als Hoffnung für das neue Jahr 2026.
Was auch immer 2026 bringen mag – du gehst nicht allein in dieses Jahr. Gott selbst gibt dir eine Zusage mit auf den Weg:
„Denn ich weiß ja, was ich mit euch vorhabe", spricht Jahwe. „Ich habe Frieden für euch im Sinn und kein Unheil. Ich werde euch Zukunft schenken und Hoffnung geben." — Jeremia 29,11 (NeÜ)
Gott hat einen Plan für dich – und dieser Plan ist gut. Nicht weil das Leben immer leicht sein wird, sondern weil Er bei dir ist. Er kennt deine Zukunft, und Er hat Frieden für dich im Sinn – auch mitten in den Herausforderungen.
Wenn schwere Zeiten kommen sollten – Verluste, Trauer oder Schmerz – dann darfst du wissen: Er ist da. Und wenn dir schwere Zeiten erspart bleiben, dann sei dankbar dafür. Beides ist Gnade.
Vielleicht denkst du jetzt: Das klingt schön, aber ich habe gar nicht genug Glauben dafür. Dann bist du genau wie der Vater aus Markus 9. Er hatte auch nicht genug Glauben. Er zweifelte. Er war am Ende. Aber er tat das Einzige, was nötig war: Er kam zu Jesus – so wie er war, mit all seinen Zweifeln – und bat: „Ich will ja vertrauen! Hilf mir, dass ich es kann!"
Das ist das Geheimnis: Du musst nichts leisten. Du musst keinen perfekten Glauben mitbringen. Du musst es nicht aus eigener Kraft schaffen – denn du kannst es gar nicht. Aber Jesus kann. Und Er will. Komm einfach zu Ihm. Ehrlich, mit leeren Händen, und bitte Ihn, dass Er dir den Glauben schenkt, den du brauchst. Er wird es tun.
Und zwischen all dem wird es auch Schönes geben. Momente, in denen wir lachen, in denen wir staunen, wie Gott handelt – oft ganz anders, als wir es erwartet haben, aber immer gut.
Nimm diese beiden Verse mit ins neue Jahr:
„Für den, der Gott vertraut, ist alles möglich!" (Markus 9,23)
„Ich werde euch Zukunft schenken und Hoffnung geben." (Jeremia 29,11)
Gebet
Herr Jesus, ich danke Dir, dass Du anders bist als wir Menschen. Dass Du geduldig bist und mich liebst – trotz allem. Danke, dass Du gute Pläne für mich hast, Pläne des Friedens und der Hoffnung. Hilf mir, Dir zu vertrauen, auch wenn mein Glaube schwach ist. Schenk mir den Glauben, den ich brauche, um auf Deine Zusagen zu vertrauen – heute und im neuen Jahr. Amen.